Genossenschaften in Südtirol

Gemeinsam mehr erreichen.

Genossenschaften sind ein wichtiger Pfeiler der Südtiroler Wirtschaft und Gesellschaft. Sie verbinden Menschen, die gemeinsam wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Ziele verfolgen – demokratisch organisiert und am Prinzip der Solidarität orientiert.

In Südtirol gibt es Genossenschaften in vielen Bereichen: Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Dienstleistungen, Wohnbau und Sozialwesen. Sie schaffen Arbeitsplätze, fördern regionale Wertschöpfung und stärken das Gemeinwohl.

Das Amt für Genossenschaftswesen unterstützt Sie bei allen Fragen rund um Gründung, Führung und Förderung von Genossenschaften. Gemeinsam gestalten wir eine nachhaltige und solidarische Zukunft.

Informationen zum Genossenschaftswesen in Südtirol

Eine Genossenschaft ist eine besondere Form des Unternehmens, bei der Menschen gemeinsam ein Ziel verfolgen – sei es wirtschaftlich, sozial oder kulturell. In Südtirol ist die Gründung einer Genossenschaft klar geregelt und bietet viele Vorteile.

Schritt für Schritt zur eigenen Genossenschaft

  1. Idee und Ziel festlegen
    Überlegen Sie gemeinsam mit anderen, was Sie erreichen möchten und welche wirtschaftliche Tätigkeit Sie ausüben möchten.  Eine Genossenschaft eignet sich besonders, wenn mehrere Personen ihre Kräfte bündeln wollen – z. B. für gemeinsame Produktion, Dienstleistungen, Wohnbau oder soziale Projekte.
  2. Wahl der Genossenschaftsform
    Aufgrund des Tätigkeitsbereichs können Sie die Genossenschaftsform wählen. Welche Genossenschaftsformen es gibt, erfahren Sie auf der Homepage des Amtes für Genossenschaftswesen https://genossenschaften.provinz.bz.it. Die Genossenschaftsverbände beraten Sie gerne.
  3. Ressourcen und Businessplan
    Denken Sie daran, dass eine Genossenschaft ein Unternehmen ist. Fragen Sie sich, ob die notwendigen Ressourcen vorhanden sind (z.B. Professionalität, finanzielle Mittel), oder wie Sie sie beschaffen können. Bei Finanzierungsfragen können Ihnen die Kreditgenossenschaften Confidi oder Garfidi helfen.
    Erstellen Sie einen Business Plan. Die Genossenschaftsverbände oder die Handelskammer bieten Unterstützung an.
  4. Mitglieder finden
    Für die Gründung einer Genossenschaft braucht es mindestens 3 Personen. Jedes Mitglied bringt Ideen, Arbeit oder Kapital ein und hat eine Stimme – unabhängig vom Kapitalanteil.
  5. Statut erstellen
    Das Statut ist die „Spielregel“ der Genossenschaft. Es enthält u. a.:
    • Name und Sitz der Genossenschaft
    • Zweck und Tätigkeitsbereich
    • Rechte und Pflichten der Mitglieder
    • Regeln zur Verwaltung und Kontrolle
  6. Gründung beim Notar
    Die Genossenschaft wird offiziell beim Notar gegründet. Der Notar übermittelt die Gründungsurkunde an das Handelsregister der Handelskammer Bozen.
  7. Eintragung ins Genossenschaftsregister
    Nach Prüfung durch das Amt für Genossenschaftswesen wird die Genossenschaft in das Landesregister der genossenschaftlichen Körperschaften eingetragen. Erst dann ist sie offiziell anerkannt und kann von steuerlichen und anderen Vorteilen profitieren.
  8. Start der Tätigkeit
    Nach der Eintragung kann die Genossenschaft ihre Tätigkeit aufnehmen. Sie muss regelmäßig Berichte vorlegen und wird vom Amt beaufsichtigt.

Wer berät und unterstützt mich bei der Gründung der Genossenschaft?

Das Amt für Genossenschaftswesen

Das Amt für Genossenschaftswesen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol bietet Genossenschaftsgründern eine Reihe von unterstützenden Dienstleistungen und Fördermöglichkeiten. Hier sind die wichtigsten Angebote:

Register und Verwaltung
  • Überprüfung der Statuten
  • Unterstützung bei der Eintragung ins Genossenschaftsregister
  • Ausstellung von Eintragungsbestätigungen
  • Informationen zu gesetzlichen Anforderungen und Aufsichtstätigkeiten
Beiträge und Förderungen

Gründer von Genossenschaften können finanzielle Unterstützung beantragen, darunter:

  • Zuschüsse zu Gründungskosten (z. B. Notar, Beratung, Eintragung)
  • Förderungen für Investitionen und Projekte
  • Beihilfen für Sozialgenossenschaften, insbesondere des Typs B, die benachteiligte Personen integrieren

Beitragsgesuche müssen innerhalb von 12 Monaten ab Gründungsdatum eingereicht werden

Beratung und Begleitung

Das Amt arbeitet mit Verbänden wie dem Raiffeisenverband und Coopbund zusammen, um:

  • Gründungsberatung
  • Begleitung bei der Erstellung von Satzungen und Geschäftsplänen
  • Weiterbildung für Genossenschaftsmitglieder und Revisoren zu bieten
  1. Kreditgarantien und Finanzierungshilfen

Die Genossenschaftsverbände

Wenn Sie eine Genossenschaft gründen möchten, können Sie sich an folgende Verbände wenden. Diese bieten Start-Up-Beratung, Definition der Geschäftsidee, Hilfe bei der Erstellung des Statuts und Businessplans und Unterstützung bei der Eintragung.

Die Kreditgenossenschaften Confidi oder Garfidi erleichtern den Zugang zu Krediten:

  • Kreditgarantien für neue und bestehende Genossenschaften
  • Orientierungshilfe bei Finanzierungsfragen
  • Maßgeschneiderte Lösungen für Sozialgenossenschaften

Der Leitfaden von Confidi informiert über Möglichkeiten, durch Garantien Bankkredite zu erhalten.

Leitfaden Confidi

Eine Genossenschaft kann praktisch jede unternehmerische Tätigkeit ausüben. Aufgrund des Tätigkeitsbereiches unterscheidet man folgende Genossenschaftsformen:

Konsumgenossenschaft

Zweck dieser Genossenschaften ist es, die Nachfrage nach Verbrauchsgütern zu befriedigen. Eine Konsumgenossenschaft ist bestrebt, die Spanne zwischen Verkaufspreisen und Einkaufspreisen gering zu halten und somit den Mitgliedern den Erwerb von Gütern zu niedrigeren Preisen als den üblichen Marktpreisen zu ermöglichen. Typische Beispiele für Konsumgenossenschaften sind die in Genossenschaftsform organisierten großen Handelsketten.

Produktions- und Arbeitsgenossenschaften

Die Mitglieder dieser Genossenschaften sind gleichzeitig Unternehmer und Arbeitnehmer des Unternehmens. Die Mitglieder teilen die Arbeit untereinander auf und organisieren ihre Tätigkeit selbst. Diese Genossenschaftsform ist vor allem im Bereich des Handwerks und im Dienstleistungssektor verbreitet. Sie wird gegründet, um für die Mitglieder in qualitativer und wirtschaftlicher Hinsicht bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen, als sie auf dem Arbeitsmarkt üblich sind.

Dienstleistungsgenossenschaften

Gemeinsames Merkmal aller Dienstleistungsgenossenschaften ist die Ausübung einer Tätigkeit in gemeinschaftlicher Form, um die daraus resultierenden Vorteile zu nutzen. Es handelt sich um eine sehr vielschichtige Gruppe von Genossenschaften, die in den unterschiedlichsten Bereichen tätig sind.

Wohnbaugenossenschaften

Ihr Zweck ist der Bau und die Verteilung von Wohnungen an die Mitglieder zum Selbstkostenpreis, indem der Unternehmergewinn entfällt und alle vorgesehenen Begünstigungen genutzt werden. Sie befriedigen den Wohnbedarf der Menschen, da sie Wohngebäude errichten, die anschließend den Mitgliedern zugewiesen werden: als Eigentum, wenn es sich um eine Genossenschaft mit "geteiltem Eigentum" handelt, oder zur Nutzung, wenn es sich um eine Genossenschaft mit "ungeteiltem Eigentum“ handelt. In Südtirol wird das erste Modell gewählt.

Sozialgenossenschaften

  • Die Sozialgenossenschaften verfolgen das allgemeine Interesse der Gemeinschaft und zwar die menschliche Förderung und soziale Integration der Bürger. Das insbesondere für gesellschaftlich benachteiligte Menschen durch die rationelle Nutzung der zur Verfügung stehenden Mittel. Man unterscheidet zwischen den Sozialgenossenschaften, welche die Wahrnehmung von sozio-sanitären, kulturellen und erziehungsbezogenen Dienstleistungen verfolgen (sog. Sozialgenossenschaften des Typs A);
  • und den Sozialgenossenschaften, welche auf die Ausübung verschiedener Tätigkeiten im Landwirtschaft-, Industrie-, Handels- und Dienstleistungssektor verfolgen, die auf die Arbeitseingliederung von sozial benachteiligten Personen abzielen, deren Anteil mindestens 30% der Arbeitnehmer der Genossenschaft entsprechen muss (sog. Sozialgenossenschaften des Typs B).
  • Konsortien von Sozialgenossenschaften (Typ C) - 2/3 der angegliederten Genossenschaften müssen Sozialgenossenschaften sein.

Landwirtschaftliche Anlieferungs- und Zuchtgenossenschaft

Sie werden von Landwirten gegründet und kümmern sich um die Verarbeitung und Vermarktung der von den Mitgliedern angelieferten landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Typische Beispiele für diese Genossenschaftsform sind Obstgenossenschaften, Sennereigenossenschaften und Kellereigenossenschaften.

Genossenschaftskonsortien

Sie bestehen aus Genossenschaften und anderen Unternehmen, die eine gemeinsame Organisationsstruktur errichten und ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten gemeinsam ausüben.

Raiffeisenkassen (Kreditgenossenschaften)

Ziel dieser Genossenschaften ist es, die wirtschaftlichen Bedingungen ihrer Mitglieder zu verbessern, indem sie die Ersparnisbildung fördern und vor allem lokalen Kleinunternehmern Kredite gewähren. Die Raiffeisenkassen sind Banken in Genossenschaftsform, die tief mit dem Gebiet verwurzelt sind und eine breite Mitgliederbasis haben. Die Mitglieder sind in der Regel in einer bestimmten Gemeinde oder in angrenzenden Gemeinden ansässig und die Kredite werden hauptsächlich einheimischen Betrieben gewährt. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen sind die Raiffeisenkassen verpflichtet, das Kreditgeschäft vorwiegend zugunsten der Mitglieder zu betreiben.

Garantiegenossenschaften

Sie werden normalerweise von Unternehmern eines bestimmten Wirtschaftszweiges oder auf Initiative eines Verbandes gegründet, um den Betrieben durch die gesamtschuldnerische Leistung von Garantien den Zugang zu Krediten und anderen Finanzierungsformen zu erleichtern.

Landarbeitergenossenschaften

Landarbeitergenossenschaften kümmern sich vorwiegend um die Bewirtschaftung, die Produktion und den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten. Die Mitglieder kaufen und verwalten zusammen Maschinen zur Bearbeitung des Bodens und Maschinen zur Verteilung von Agrarprodukten.

Landwirtschaftliche Konsortien

Ein landwirtschaftliches Konsortium ist eine Vereinigung von Landwirten in Genossenschaftsform, um in- oder auch außerhalb der Provinz die Lieferung von Gütern oder Dienstleistungen durchzuführen.

Einzelhändlergenossenschaft

Einzelhändlergenossenschaften haben den Zweck den Ankauf und die Lieferung der Güter und Dienstleistungen zu Wettbewerbsbedingungen im Interesse der Einzelhändler zu ermöglichen.

Transportgenossenschaften

Transportgenossenschaften setzen sich aus Transportunternehmer zusammen, welche sowohl Personentransporte, Warentransporte, Be- und Entladungen von Gütern und Lieferungen ausführen.

Fischereigenossenschaften

Eine Fischereigenossenschaft wird zwischen Fischern gegründet, welche zusammen und mit eigenen Mitteln oder jener der Genossenschaft, die Tätigkeit der Fischerei und der Fischzucht - sei es in Binnengewässer oder im Meer - ausüben. Außerdem kümmern sie sich auch um andere Aktivitäten bezüglich der Ausübung der Fischerei wie den Ankauf, die Erhaltung der Geräte, und die Aufbewahrung der Produkte.

Sonstige Genossenschaften

Alle anderen Genossenschaften, welche keinen Bezug zu den vorherigen Genossenschaftstypen haben, werden als sonstige Genossenschaften eingestuft.

Es ist wichtig, sich bei der Gründung einer Genossenschaft für die passende Genossenschaftsform zu entscheiden, weil diese Wahl grundlegende Auswirkungen auf die Organisation, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Fördermöglichkeiten hat:

1. Tätigkeitsbereich und Zweck

Die Form bestimmt, in welchem Bereich die Genossenschaft tätig sein darf – z. B. Landwirtschaft, Wohnbau, Sozialbereich oder Finanzwesen. Jede Form ist auf spezifische Ziele und gesetzliche Vorgaben zugeschnitten.

2. Gesetzliche Anforderungen

Die Statuten, die Eintragung ins Register und die Aufsichtspflichten variieren je nach Genossenschaftsform. So gelten für Sozialgenossenschaften besondere Regeln zur Integration benachteiligter Personen, während Kreditgenossenschaften strenge Finanzaufsichtsvorschriften erfüllen müssen. 

3. Förderungen und Vorteile

Bestimmte Förderungen sind an die Form gebunden. Sozialgenossenschaften des Typs B können z. B. spezielle Beihilfen beantragen, während Wohnbaugenossenschaften steuerliche Vorteile wie die Rückvergütung der Mehrwertsteuer nutzen können.

4. Mitgliederstruktur und Verantwortung

Die Form beeinflusst, wie Mitglieder eingebunden werden, welche Pflichten sie haben und wie die demokratische Mitbestimmung organisiert ist. Bei Produktions- und Arbeitsgenossenschaften steht die gemeinsame Leistung im Vordergrund, bei Konsumgenossenschaften die Versorgung der Mitglieder.

5. Langfristige Strategie

Die Wahl der Form wirkt sich auf die Geschäftsentwicklung aus. Sie legt fest, welche Projekte realisiert werden können und wie flexibel die Genossenschaft auf neue Herausforderungen reagiert. 

Wer eine Idee hat und diese umsetzen will, kann sich bei den Genossenschaftsverbänden melden. Sie bieten Start-Up Beratungen an.

Die Grundsätze und Werte, auf die sich die Genossenschaften stützen, sind aufgrund ihrer großen sozialen Bedeutung durch die Verfassung geschützt und anerkannt. So heißt es im Artikel 45: „Die Republik erkennt die soziale Aufgabe des Genossenschaftswesens an, sofern es nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit und ohne Zwecke der Privatspekulation aufgebaut ist. Das Gesetz fördert und begünstigt mit den geeigneten Mitteln seine Entfaltung und sichert durch eine zweckdienliche Aufsicht seine Eigenart und Zielsetzung.“

Die 9 Grundsätze einer Genossenschaft

  1. Ein Kopf, eine Stimme
    Die Genossenschaft ist die einzige Unternehmensform, die eine Konzentration des Gesellschaftseigentums in wenigen Händen nicht zulässt. Jedes Mitglied verfügt unabhängig von seinem Kapitalanteil über eine Stimme in der Vollversammlung.
  2. Demokratische und aktive Verwaltung durch die Mitglieder
    Die Genossenschaft wird von ihren Mitgliedern in demokratischer Form verwaltet.
    Eine Genossenschaft ist verpflichtet, die aktive Beteiligung aller Mitglieder an den Entscheidungsprozessen durch deren Einbeziehung in das Gesellschaftsleben zu fördern. Das Verwaltungsorgan muss sich mehrheitlich aus Genossenschaftsmitgliedern zusammensetzen.
  3. Gegenseitigkeitscharakter (Mitgliederförderung)
    Das Hauptziel einer Genossenschaft ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die gegenseitige Unterstützung und Förderung der Mitglieder. Das bedeutet, dass für die Mitglieder der Genossenschaft bessere Bedingungen (Preis, Arbeitsentgelt usw.) geschaffen werden sollen, als sie jedes Mitglied für sich allein auf dem Markt erzielen könnte.
  4. Der nicht spekulative Charakter
    Wenn eine Genossenschaft aufgelöst wird, dürfen die Mitglieder das Vermögen der Genossenschaft weder untereinander aufteilen noch die Genossenschaft verkaufen. Das Gesetz gewährt eine günstigere Besteuerung der Gewinne, vorausgesetzt, dass diese in die Entwicklung der Genossenschaft investiert werden.
  5. Die offene Tür
    Die Genossenschaft ist eine offene Gesellschaftsform. Jeder, der den Grundsatz der Gegenseitigkeit teilt und in der Lage ist, zur Erreichung des Gesellschaftszwecks beizutragen, kann die Mitgliedschaft beantragen.
  6. Die Solidarität zwischen den Generationen
    Eine Genossenschaft soll langfristig für die künftigen Generationen erhalten bleiben. Das Fortbestehen wird durch die Unteilbarkeit des Gesellschaftsvermögens und die Weitergabe der Erfahrungen und Führungsverantwortung von den älteren an die jüngeren Genossenschaftsmitglieder sichergestellt.
  7. Unabhängigkeit und gegenseitige Unterstützung
    Jede Genossenschaft ist ein unabhängiges Unternehmen, welches sich selbst verwaltet, auch wenn in der Regel die Zugehörigkeit zu einem Genossenschaftsverband angestrebt wird. Zwischen den Genossenschaften gibt es Formen der gegenseitigen Unterstützung, sowohl was ihre Entwicklung als auch ihre Behauptung auf dem Markt betrifft.
  8. Der Förderauftrag nach außen
    Zu den zahlreichen Aufgaben der Genossenschaften gehört es auch die Entstehung von neuen Genossenschaften durch direkte und indirekte Beihilfen zu fördern. Zu diesem Zweck zahlen alle Genossenschaften 3% ihres Nettogewinns in eigene Mutualitätsfonds für die Förderung und Entwicklung des Genossenschaftswesens ein.
  9. Soziale Verantwortung
    Das Genossenschaftswesen setzt sich für die Entwicklung der Einzelpersonen, der Familien, der sozialen Gruppierungen und der Gesellschaft ein. Durch die Genossenschaften werden die Qualitätspotenziale des Territoriums aufgewertet und geeignete Lösungen für Bedürfnisse der Gemeinschaft angeboten.

Hier sind die wichtigsten Vorteile einer Mitgliedschaft in einer Genossenschaft:

1. Wirtschaftliche Vorteile

  • Kostenvorteile durch gemeinsames Handeln: Mitglieder profitieren von günstigeren Preisen für Produkte und Dienstleistungen, z. B. bei landwirtschaftlichen Genossenschaften für Obst, Milch, Fleisch und Wein.
  • Leistbares Wohnen: Wohnbaugenossenschaften ermöglichen kostengünstigen Wohnraum durch gemeinschaftliche Planung und Bau sowie steuerliche Vorteile (z. B. Rückvergütung der Mehrwertsteuer).
  • Bessere Finanzierungskonditionen: Genossenschaften erhalten leichter Kredite und günstigere Zinssätze, oft abgesichert durch Garantiefonds (z. B. über Confidi).

2. Rechtliche und organisatorische Vorteile

  • Gesicherter rechtlicher Rahmen: Die Mitgliedschaft bietet klare Regeln und Schutz für gemeinsames Wirtschaften.
  • Demokratische Mitbestimmung: Jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig vom Kapitalanteil – ein Grundprinzip der Genossenschaften.

3. Soziale Vorteile

  • Solidarität und Gemeinschaft: Genossenschaften fördern Zusammenarbeit statt Gewinnmaximierung und stärken lokale Strukturen, auch in abgelegenen Regionen.
  • Mitgestaltungsmöglichkeiten: Mitglieder können aktiv an Planung und Entscheidungen teilnehmen, z. B. bei Wohnbauprojekten.
  • Integration und Inklusion: Sozialgenossenschaften schaffen Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen und fördern soziale Teilhabe.

4. Langfristige Perspektiven

  • Sicherung der Unternehmensnachfolge: Genossenschaften bieten Lösungen für Betriebe ohne Nachfolger.
  • Stärkung der regionalen Wirtschaft: Sie tragen zur Entwicklung kleiner Wirtschaftskreisläufe und zur Bekämpfung von Abwanderung bei.

Die Videos veranschaulichen die Merkmale und Werte von Genossenschaften auf einfache und verständliche Weise und machen das Thema so auch für junge Menschen interessant. Ziel ist es, das genossenschaftliche Unternehmertum in die Gymnasien zu bringen und den Lehrern Unterrichtsmaterial anzubieten, das für einen interaktiven und zeitgemäßen Unterricht geeignet ist.

In den sechs Videoclips werden die folgenden Themen in animierter Form dargestellt:

  • (Folge 1)
    Was ist eine Genossenschaft aus unternehmerischer Sicht?
    Wann sind Genossenschaften entstanden und warum? 
  • (Folge 2)
    Welche Organe gibt es? 
  • (Folge 3)
    Welche Vorteile, welche Rechte und Pflichten hat ein Mitglied?
  • (Folge 4)
    Welche Werte und Prinzipien vertreten die Genossenschaften?
  • (Folge 5)
    Welche Arten von Genossenschaften gibt es in Südtirol?
  • (Folge 6)
    Wie gründe ich eine Genossenschaft?

Letzte Aktualisierung: 27/01/2026